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Strukturrecherche für Chemie und Pharmazie

Forschung und Entwicklung in Chemie und Pharma benötigt schnelle und vollständige Information über Eigenschaften relevanter Substanzen und über bestehende Schutzrechte (Patente). Rechtzeitig vorhandene Patentinformation kann helfen, Doppel- und Fehlentwicklungen zu vermeiden und knappe Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.

Die Identität und Eigenschaften einer Substanz sind durch die Molekülstruktur definiert. Informationen über biologische, pharmazeutische und alle anderen Eigenschaften einer Substanz, über ihre Synthese sowie eventuellen Patentschutz werden in Datenbanken bei der Molekülstruktur abgelegt.

Substanzinformationen werden daher am besten über die Molekülstruktur gefunden. Alternativen wie die Suche über einen Substanznamen oder eine Chemical Abstracts Registry-Nummer führen häufig zu unvollständigen Ergebnissen. Z. B. werden umfassende Informationen über den Wirkstoff Fluoxetin und seine Stereoisomeren, Salze, etc. am besten mit der folgenden Strukturformel gefunden:


Ähnliche Strukturen haben ähnliche Eigenschaften, deshalb muss eine Patentrecherche oft eine ganze Gruppe ähnlicher Substanzen abdecken. Oft sind alle Strukturen von Interesse, die eine bestimmte Grundstruktur enthalten. Eine Substrukturrecherche mit obiger Formel ergibt alle bekannten Substanzen, in denen Fluoxetin weitere Substituenten trägt.

Patentrechtlich geschützt sind auch viele Verbindungen, die bisher nicht synthetisiert sind, sondern lediglich in einem Patent durch eine sogenannte Markush-Struktur beansprucht werden. Dies können Varianten mit unterschiedlichen Positionen von Substituenten sein, mit veränderten Kettenlängen oder Ringgrößen, veränderten Atomarten und mit vielen weiteren Variationsmöglichkeiten. Solche Strukturen sind in Datenbanken wie Chemical Abstracts Registry oder World Patents Index nicht zu finden. Auch wohlbekannte Verbindungen können in Patenten durch allgemeine Markush-Strukturen beschrieben sein, wie etwa das Fluoxetin durch die beiden folgenden:




Struktursuchen nach Markush-Strukturen sind in der MARPAT-Datenbank auf STN oder in der MMS-Datenbank auf Questel möglich.